Editorial

Admin_Bauernkrieg.ch 19. Februar 2024

1653 sind Zehntausende von Bauern gegen scheinheilig Aristokraten-Herren, die «Halunken von Bern», in den Krieg gezogen. Ihr Aufstand erschütterte die feudale Aristokratenherrschaft der damaligen Schweiz bis ins Fundament.

Der hier nach und nach entstehende BLOG steht mit seiner Sympathie ganz offen auf der Seite der Bauern. Weil damals die Stimme des Bauernvolkes von der Geschichtsschreibung ebenso ungerecht erstickt worden ist, wie das Bauernvolk selbst skrupellos unterdrückt wurde. Ich bezeichne meine Online-Darstellung des Schweizerischen Bauernkriegs als das simple Produkt längst fälliger ausgleichender Gerechtigkeit.

Aber bekanntlich daueren in der Schweizer Politik die Einsicht für Gerechtigkeit und Sühne stets etwas länger.

So wurden bis weit in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Schweiz Kinder und junge Menschen gegen ihren Willen von Amtes wegen und oft auch mit dem Einverständnis der Kirchen in Heimen oder auf Bauernhöfen fremdplatziert. Als Verdingkinder wurden sie auf Bauernhöfen ausgebeutet oder in Heimen und Erziehungsanstalten physisch und psychisch misshandelt. Andere wurden in psychiatrische Anstalten oder ins Gefängnis eingewiesen, ohne dass sie sich rechtlich gegen diese Massnahme wehren konnten. In manchen Fällen kam es zudem zu Zwangssterilisationen und Zwangsadoptionen.

Es dauerte dann fast 50 Jahre bis sich der Bundesrat zu einer Entschuldigung und Massnahmen für die Abhilfe durchringen konnte.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga:
«Wir können nicht länger wegschauen, denn genau das haben wir bereits viel zu lange getan”, sagte Bundesrätin Sommaruga in ihrer Rede. “Deshalb soll dieser Tag auch ein Bekenntnis sein: ein Bekenntnis zum Hinschauen und ein Aufruf gegen das Verdrängen und Vergessen.” Abschliessend sagte die Justizministerin: “Für das Leid, das Ihnen angetan wurde, bitte ich Sie im Namen der Landesregierung aufrichtig und von ganzem Herzen um Entschuldigung.»

Doch nun wieder zurück zum Feldgeschrei der Bauern im Krieg anno 1653: «Volksbund gegen Herrenbund» ist auch heute noch, wenn auch unter ganz neuen aber hochaktuellen Trends und Bedingungen, die Losung sämtlicher freiheitsliebenden und vorwärtsdrängenden Kräfte des Schweizervolkes.

Aber so endete dieses denkwürdige und traurige «Drama Bauernkrieg» mit der Verfestigung der Patrizierherrschaft und der Vernichtung aller öffentlichen Freiheiten. Die Aristokratie war an die Stelle Österreichs getreten und erwies sich als nicht weniger barbarisch. Aber sie war hundertmal verbrecherischer, weil sie sich weder durch ein sogenanntes historisches Recht, noch durch ein vorgebliches Recht der Eroberung begründen konnte. Deshalb darf die Ukraine den Krieg gegen Russland nicht verlieren.